Grüner Investoren­bericht 2025 Kurzfassung

Juli 2026 · Langfassung herunterladen (englisch)
Zwei hölzerne Boote liegen an einem ruhigen Gewässer, umgeben von dichtem Auwald und überhängenden Ästen.

Nationalpark Donau-Auen / B. Gröger für das Umweltbundesamt

Österreichs Klimastrategie

Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden – 10 Jahre vor dem EU-Ziel für 2050. Die österreichische Regierung verfolgt hierfür einen Ansatz der grünen Transformation, die moderne Technologien und klimarelevante Forschung fördert sowie die Dekarbonisierung von Verkehr, Energie, Industrie und Gebäuden unterstützt.

Diese Strategie umfasst zahlreiche Maßnahmen, um eine saubere und intakte Umwelt zu gewährleisten und den Wohlstand zukünftiger Generationen zu sichern. Auf internationaler Ebene sind Österreichs Klimaziele im Übereinkommen von Paris verankert, das darauf abzielt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 °C und möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen.

Zentrale Ziele der Klima- und Umweltpolitik Österreichs sind unter anderem, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, den Auswirkungen des Klimawandels vorzubeugen, die Artenvielfalt und Ökosysteme zu erhalten sowie die Nutzung nachhaltiger Ressourcen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Österreich hat ambitionierte Aktionspläne und Strategien entwickelt, um diese Ziele zu verwirklichen.

Die Österreichische Green Finance Agenda legt eine umfassende Strategie für eine erfolgreiche Finanzierung der Klima- und Energiewende vor. Sie konzentriert sich auf drei Hauptaspekte: Mobilisierung von privatem Kapital für Klimaschutz und ökologisch nachhaltige Projekte, transparentes Management von umwelt- und klimarelevanten Risiken im Finanzwesen sowie Förderung von Transparenz, Langfristigkeit und Wirksamkeit im Kapitalmarkt zur Stärkung nachhaltiger Finanzströme. Mit dem weltweit breitesten Spektrum grüner Bundeswertpapiere positioniert sich Österreich als globaler Vorreiter im Bereich nachhaltiger Finanzen.

Was sind grüne Finanzierungen?

Im Rahmen der umfassenden Klima- und Umweltstrategie unterstützt und finanziert die Republik Österreich ökologische und klimarelevante Projekte. Mit diesen grünen Projekten wird eine Vielzahl von Maßnahmen gefördert: vom Ausbau erneuerbarer Energien bis hin zu Zuwendungen für Biodiversitätsmaßnahmen auf Agrarflächen.

Kreislaufdiagramm zur Funktionsweise grüner Staatsanleihen: Anlegerinnen und Anleger investieren in die Emittentin (Republik Österreich), die grüne Ausgaben finanziert. Diese führen zu ökologischem Nutzen. Die Emittentin berichtet über Mittelverwendung und zahlt die Investition zurück.
Kreislaufdiagramm zur Funktionsweise grüner Staatsanleihen: Anlegerinnen und Anleger investieren in die Emittentin (Republik Österreich), die grüne Ausgaben finanziert. Diese führen zu ökologischem Nutzen. Die Emittentin berichtet über Mittelverwendung und zahlt die Investition zurück.

Die Ausgaben der Republik Österreich für ökologisch nachhaltige Projekte werden grünen Finanzierungsinstrumenten zugeordnet. Das hierfür eigens eingerichtete Gremium „Green Bond Board“ evaluiert die grünen Projekte gemeinsam mit den jeweiligen Fachressorts und wählt diese anhand von ökologischen und klimarelevanten Merkmalen aus. Es besteht aus Vertretern des Bundesministeriums für Finanzen, des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft sowie der Österreichischen Bundesfinanzagentur.

Eine transparente Berichterstattung beschreibt die Zuordnung von Haushaltsausgaben zu grünen Finanzierungsinstrumenten und die dadurch ermöglichten Beiträge zum Klima- und Umweltschutz. Die Nutzung der im Grünen Rahmenwerk vorgesehenen Palette an grünen Finanzierungsinstrumenten ermöglicht zudem eine weitere Diversifizierung der Investorenbasis.

Was bewirken grüne Investitionen?

Um Anleger mit einem Höchstmaß an Transparenz über die erreichten Fortschritte und positiven ökologischen Auswirkungen zu informieren, veröffentlicht die Republik Österreich jährlich einen umfassenden Bericht zur Mittelverwendung sowie zu den ermöglichten Klima- und Umweltauswirkungen grüner Finanzierungen des Bundes.

Im Jahr 2025 begab die Republik Österreich grüne Finanzierungsinstrumente in Höhe von insgesamt 6,1 Mrd. EUR, davon 0,65 Mrd. EUR in Form von grünen Bundesschätzen. Für die Allokation wurden grüne Budgetausgaben der Haushaltsjahre 2024 und 2025 herangezogen, die einer Vielzahl von grünen Projektkategorien zugeordnet sind.

Kreisdiagramm mit der Summe 6,1 Mrd. EUR im Zentrum. Unbeschriftete, verschieden große Segmente zeigen die Verteilung dieser Summe auf unterschiedliche Kategorien.
47%
Nachhaltige Mobilität
24%
Erneuerbare Energie
10%
Energieeffizienz
5%
Nachhaltiges (Ab)Wassermanagement
4%
Anpassung an die Folgen des Klimawandels
4%
Ökologisch nachhaltiges Management von lebenden natürlichen Ressourcen und Landnutzung
3%
Erhaltung der Artenvielfalt
2%
Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung

6,1 Mrd. EUR

Gesamtzuweisungen an grüne Ausgaben und Projekte

5% der jährlichen Budgetausgaben in Österreich

3,5 Mio. t CO2e

reduzierte und vermiedene Treibhausgas­emissionen

Jährliche Treibhausgas­emissionen von 450.000 Österreicherinnen und Österreichern

2,8 TWh

Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energie

25% des Energiebedarfs aller Haushalte Wiens

0,9 TWh

Energieeinsparungen

Jahresstromverbrauch von 225.000 österreichischen Haushalten

18.607 km²

geförderte Umwelt­maßnahmen auf Agrarflächen

22% der Fläche Österreichs

4,7 Mio. m³

kontaminiertes Wasser durch Sanierung von Altlasten gereinigt

Jährlicher Trinkwasserverbrauch von Klagenfurt

Fallstudien zu grünen Projekten

Koralmbahn – Ein strategischer europäischer Eisenbahnkorridor über die Alpen

Die Koralmbahn ist eine neue, 130 km lange Bahnstrecke in Österreich, welche die Weststeiermark mit Südkärnten verbindet.

Luftaufnahme eines roten ÖBB-Personenzugs auf der hohen Jauntalbrücke über der türkisfarbenen Drau, umgeben von dichtem Wald.

Jauntalbrücke in Kärnten / ÖBB

Sie umfasst den sechstlängsten Eisenbahntunnel der Welt und ist das größte Projekt, das von der ÖBB-Infrastruktur AG in den letzten Jahrzehnten realisiert wurde. Insgesamt stärkt die Koralmbahn die Vernetzung des Schienenverkehrs, fördert die Verkehrsverlagerung auf die Schiene und trägt somit zur erheblichen Reduktion von CO2-Emissionen bei.

Die Strecke wurde im Dezember 2025 in Betrieb genommen. Als Teil des Baltisch-Adriatischen TEN-T-Korridors stärkt sie Nord-Süd-Verbindungen und verbessert die Anbindung mitteleuropäischer Regionen an Ostsee- und Adriahäfen.

Die Strecke verkürzt die Reisezeiten deutlich: Die Fahrt von Graz nach Klagenfurt dauert nun 41 Minuten (Reduktion um rund 2 h) und jene von Wien nach Klagenfurt 3:10 h (Reduktion um 45 Minuten). Damit wird die Bahn zur schnellsten und energieeffizientesten Alternative zum Straßenverkehr. Mit Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels (geplant für 2030) wird sich die Fahrzeit von Wien nach Klagenfurt künftig sogar um weitere 30 Minuten auf nur noch 2:40 h verkürzen.

Das Projekt ermöglicht zudem eine Angebotsausweitung im Fernverkehr um rund 30% in Richtung Südösterreich wie z. B. zwischen Wien und Klagenfurt (26 Fernzüge pro Tag statt zuvor 10), zwischen Graz und Klagenfurt (29 Fernzüge pro Tag statt zuvor 8) sowie neue Verbindungen (darunter fünf Interregio-Linien im Alpenraum). Die Koralmbahn ermöglicht somit nicht nur CO2-Einsparungen, sondern auch die Entstehung eines neuen Wirtschaftsraums zwischen der Steiermark und Kärnten, mit hoher Bedeutung insbesondere für die Metropolregion Graz-Klagenfurt.

Beim Bau wurden umfangreiche Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt: Fast 70% des Tunnelaushubs wurden wiederverwendet – etwa für Lärmschutzwände, Bahndämme, Filterkies oder als Zuschlagstoff für Beton. Ökologische Ausgleichsflächen, die in Kärnten und der Steiermark geschaffen wurden, entwickeln sich bereits zu wertvollen Lebensräumen und die ehemals begradigte Lavant (Nebenfluss der Drau in Kärnten) wurde renaturiert und als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen. Bis 2028 werden allein in Kärnten rund 145.000 neue Bäume gepflanzt, eine ähnliche Anzahl ist in der Steiermark geplant.

Der Bannwald Hallstatt

Der Bannwald Hallstatt ist ein Schutzwald, der seit Jahrzehnten zur Minderung wetter- und klimabedingter Naturgefahren bewirtschaftet wird.

Blick über den Hallstätter See auf Hallstatt mit historischen Häusern und Kirchen vor bewaldeten Bergen. Auf dem Wasser fährt ein gelbes Boot.

Salzkammergut Hallstatt – Hallstättersee / Cross Media Redaktion für Österreich Werbung

Im Rahmen eines Projekts des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV, Laufzeit 2020 bis 2029) wird der Schutz der UNESCO-Welterbestätte Hallstatt erhöht und der langfristige Schutz vor Extremereignissen für rund 500 Gebäude sowie zentrale Infrastrukturen sichergestellt.

In den vergangenen Jahren haben Extremereignisse wie Stürme, Waldbrände, Hochwasser sowie schneereiche Winter die Schutzfunktion des Waldes zunehmend geschwächt. Ohne gezielte Maßnahmen wäre mit einer weiteren Abnahme der Schutzwirkung und einem steigenden Risiko für die Siedlungsräume zu rechnen.

Ziel des Projekts ist es daher, die Schutzwirkung nachhaltig zu stärken und wiederherzustellen. Dies erfolgt durch eine Kombination aus forstlichen Maßnahmen, technischen Schutzbauwerken und organisatorischen Maßnahmen wie Wild- und Tourismusmanagement. Der Ansatz basiert vollständig auf naturbasierten Anpassungsmaßnahmen und trägt zugleich zur Klimawandelanpassung, Biodiversitätssicherung und nachhaltigen Landnutzung bei. Die Finanzierung erfolgt durch den Bund, das Land Oberösterreich und die Marktgemeinde Hallstatt, unter Beteiligung von Infrastrukturbetreibern und Grundeigentümern.

Weitere Informationen und Fallstudien: Langfassung herunterladen (englisch)

Quellenangaben

6,1 Mrd. EUR Gesamtzuweisungen an grüne Ausgaben und Projekte, die für Grüne Finanzierungsinstrumente berücksichtigt werden, entsprechen rund 5,0% der jährlichen Budgetausgaben in Österreich. Die Auszahlungen des Bundes betrugen im Jahr 2025 laut dem Bundesministerium für Finanzen 121,5 Mrd. EUR.

3,5 Mio. Tonnen CO2e reduzierte und vermiedene Treibhausgasemissionen entsprechen den durchschnittlichen CO2e-Emissionen von 450.000 Österreicherinnen und Österreichern. Im Jahr 2024 wurden in Österreich laut Umweltbundesamt 66,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent emittiert. Da die österreichische Bevölkerung am 01.01.2026 laut Statistik Austria 9.215.956 Personen zählte, ergeben sich durchschnittliche Pro-Kopf-Emissionen von 7,2 Tonnen CO2e pro Person.

2,8 TWh Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energie entsprechen rund einem Viertel des Energiebedarfs aller Haushalte Wiens im Jahr 2024. Laut Energiebilanzen der Statistik Austria hatten die Wiener Haushalte 2024 einen Energiebedarf von rund 11,35 TWh.

0,9 TWh Energieeinsparung entsprechen einer Energiemenge, mit der rund 225.000 österreichische Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden können, ausgehend von einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von 4.000 kWh pro Haushalt (E-Control).

18.607 km² geförderte Umweltmaßnahmen auf Agrarflächen entsprechen 22% der Fläche Österreichs. Die Gesamtfläche Österreichs beträgt laut Statistik Austria 83.884 km².

4,7 Mio. m³ kontaminiertes Wasser, das durch Sanierung von Altlasten gereinigt wird, entspricht beinahe dem jährlichen Trinkwasserverbrauch der Haushalte einer Stadt wie Klagenfurt mit rund 105.700 Einwohnerinnen und Einwohnern. Gemäß den vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft veröffentlichten Zahlen beträgt der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Österreichs Haushalten rund 130 Liter pro Tag und Person.

Vergleiche gelten als illustrative Beispiele, die nicht in direktem Zusammenhang mit grünen Finanzierungen stehen.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Report dient ausschließlich Informationszwecken und wird in Übereinstimmung mit den Verpflichtungen aus dem Green Bond Framework der Republik Österreich (April 2022) veröffentlicht. Dieser Report stellt keine Aufforderung zum Erwerb von grünen Bundesschätzen der Republik Österreich dar und keine der hierin enthaltenen Informationen bildet die Grundlage für einen Vertrag oder eine Verpflichtung oder kann als solche herangezogen werden. Potenzielle Kunden sind angehalten, ihre eigenen unabhängigen Investitionsentscheidungen zu treffen.

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